Zukunft Wasserversorgung Alling

Eingetragen bei: Presse | 0

SZ- Landkreis Fürstenfeldbruck, 12.02.2016

Zukunft Wasserversorgung Alling – Kommentar

Die Bürger einbeziehen
======================

Von Manfred Amann

Das Trinkwasser, das Alling alljährlich aus seinen beiden Flachbrunnen fördert, etwa 220 000 Liter * Kubikmeter hat beste Qualität. Kaum eine Ratssitzung vergeht, in der Bürgermeister Frederik Röder dies nicht hervorhebt. Das Leitungsnetz ist intakt, und dass das Wasser knapp werden könnte, hat man bislang auch nicht gehört. Wieso die Wasserversorgung dennoch an den Giganten WVA abgegeben werden soll, kommt daher völlig überraschend und erschließt sich dem Verbraucher kaum.

Irritierend in der Angelegenheit ist vor allem, dass Röder auch Vorsitzender des Amperverbandes (AVA) ist, dem der WVA angegliedert ist. Der Bürgermeister steckt damit in einem klassischen Interessenkonflikt. Auch wenn nicht unterstellt werden kann, dass mit dem schnellen Beschluss diese Situation verdeckt und übergangen werden sollte, bleibt doch die Frage, ob ein anderer AVA-Chef auch den Vorstoß übernommen hätte. Auf jeden Fall hätte ein solcher Antrag dann im Gemeinderat eine umfassende und von der Verwaltung gut vorbereitete Beratung zur Folge gehabt, bevor es zu einer Entscheidung gekommen wäre.

Auch wenn man annehmen muss, dass es vielen Bürgern egal ist, woher das Wasser kommt, so lange es aus dem Hahn läuft, muss man Gemeinderat Hans Friedl recht geben, wenn er fordert, dass alle Allinger ausführlich informiert werden müssten, bevor ein für den Ort so bedeutsamer Beschluss gefasst wird. Man kann die so fast nebenbei herbeigeführte Entscheidung, als ginge es um ein einfaches Bauvorhaben oder um einen Vereinsantrag, hinsichtlich ihrer Rechtmäßigkeit durchaus hinterfragen. Es ist unbestritten, dass Kommunalpolitiker von den Bürgern gewählt werden, damit sie für die Gemeinschaft verantwortungsvoll agieren, doch es gibt auch Grenzen, und zwar dann, wenn es an die Substanz der Gemeinde geht. Die Aufgabe der Wasserversorgung ist so eine wichtige Frage, denn sie bedeutet einen schweren Eingriff in Allings Selbständigkeit, der die breite Unterstützung der Bürger braucht. Ideal wäre es, wenn der Gemeinderat seinen Beschluss überdenken würde und vor einer erneuten Festlegung die Bürger einbinden und aufklären würde. Ein Ratsbegehren wäre dafür ein probates Mittel.

*nach Rücksprache mit Verfasser korrigiert