Neuer Vorstoß für Ringschluss der A 99

Eingetragen bei: Allgemein, Presse | 0

Landkreis – Friedl hat zwei Schreiben verfasst: Eines ist eine Bitte an Verkehrsministerin Ilse Aigner (CSU), den Ringschluss parlamentarisch voranzutreiben. Das zweite ist eine Petition an den Landtag, da nicht davon auszugehen sei, dass Aigner seiner Bitte entsprechen werde. Der FW-Politiker möchte, dass der 2010 auf Eis gelegte Bau des Südrings in den vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans aufgenommen wird.

Derzeit endet die A 99 im Westen bei Germering. Am Übergang zur A 96 beim Kreuz Südwest herrscht im Pendlerverkehr Dauerstau. Ausweich- und Schleichverkehr ergießt sich regelmäßig etwa durch Germering und verstopft die angrenzenden Straßen in den Kreisen Fürstenfeldbruck und Starnberg sowie im Würmtal. Durch den Bau des neuen Stadtteiles Freiham dürfte sich die Situation noch verschärfen.

Friedl argumentiert aber auch mit der Situation im Münchner Nord-Osten: Die Lage dort werde sich verschärfen – und das stelle ein Wirtschaftshemmnis für ganz Bayern dar. Der Bevölkerung im Nord-Osten sei nur schwer zu vermitteln, dass der Schwerlastverkehr aus Richtung Stuttgart oder Lindau über den Norden in den Süden (und umgekehrt) fahren muss. Das werde als ungerecht und benachteiligend empfunden.

Des weiteren verursache der A 99-Ausweichverkehr generell in Gemeinden und Städten Lärm, Abgase und Feinstaub. Gerade schwächere Verkehrsteilnehmer wie Radfahrer, ältere Menschen und Schüler litten darunter sehr, schreibt Friedl. Die durch den fehlenden Ringschluss zwischen Germering und Taufkirchen entstehenden Ausweichbewegungen würden Staus und Gefahren bedingen, die jede Maßnahme des Umstiegs auf Öffentliche Verkehrsmittel oder das Fahrrad konterkarierten.

Die Debatte um den Ringschluss im Münchner Süden durch Isar- Hachinger- und Würmtal war 2010 eingeschlafen. Eine Studie hatte ergeben, dass er mit erheblichen Eingriffen in die Natur verbunden wäre, wobei Befürwortern Tunnellösungen vorschweben. In der Studie hieß es zudem, dass der Entlastungseffekt auf Münchner Straßen gering sei. Auch CSU-Politiker forderten damals, den Ringschluss weiter voran zu treiben. Sie argumentierten unter anderem mit dem neuen Stadtteil Freiham. Weite Teile der SPD und die Grünen unterdessen lehnen den Ringschluss der A 99 ab. Der aktuell gültige Bundesverkehrswegeplan wurde im Jahr 2016 verabschiedet und gilt bis 2030. Darin ist der Ringschluss nicht enthalten.

Quellenangabe: Fürstenfeldbrucker Tagblatt vom 30.08.2018, Seite 33