Immer mehr Großbetriebe in Bayern – Bayerischer Agrarbericht 2018 -Leserbrief Münchner Merkur 07.Juli 2018

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Leserbrief zum Artikel vom 05.07.2018

Immer mehr Großbetriebe in Bayern – Bayerischer Agrarbericht 2018

Die Tendenz zu Großbetrieben im Ackerbau oder Großerzeugerbetrieben in Milch- und Mastviehhaltung muss auf der politischen Ebene entgegengetreten werden. Keiner wünscht sich Agrarfabriken: kleinere bäuerliche Betriebe fördern die Artenvielfalt durch reichhaltige Fruchtfolgen in der Kulturlandschaft. Es geht unterm Strich darum, höchstwertige Lebensmittel zu erzeugen und dabei aktiven Umweltschutz zu leisten. Daneben wird die Landschaft dadurch auch für andere Wirtschaftszweige wie den Tourismus aufgewertet. Es geht auch anders: Eine aktive Agrarpolitik mit der Förderung der familiengeführten, kleinen und mittleren Betriebe muss das Ziel sein!

Den im Artikel beschriebenen Gewinnsprung von 32% muss man in die Realität einordnen: Im Jahr davor waren diese um 30 % eingebrochen. Die Landwirte stehen also wie im Jahr 2014 da. Das Gleiche gilt für den durchschnittlichen Gewinn in Euro. Hier stehen einer 7 Tagewoche das ganze Jahr rund 52.600€ Gewinn entgegen von dem 2 Generationen leben und Rücklagen gebildet werden müssen. Der Erhalt der kleinen und mittleren Betriebe ist purer Verbraucherschutz, deshalb muss auch bei der Förderung umgedacht werden.

Hans Friedl

Nebenerwerbslandwirt Alling, Landkreis Fürstenfeldbruck