Exkursion auf die Kuhweide

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Germansberg Freie Wähler zu Besuch Besichtigung Milchautomat
v.l. Kreisbäuerin Karin Sepp, Hubert Drexl, Georg Stockinger, Europaabgeordnete Ulrike Müller, Hans Friedl, Christine Drexl, Josef Schanderl

Exkursion auf die Kuhweide

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SZ Landkreis Fürstenfeldbruck, 24.08.2018

Von Anna Lehneis

 

Puchheim“Ich will den Bezug zur Landwirtschaft nicht verlieren“, begründet die Europaabgeordnete Ulrike Müller ihren Besuch auf dem Biolandhof der Familie Unglert in Puchheim. Am Donnerstag war sie zusammen mit dem Landtagskandidaten Hans Friedl und dem Bezirkstagskandidaten Michael Schanderl im Landkreis unterwegs, um Wahlkampf für die Freien Wähler zu betreiben. Erster Halt ist um zehn Uhr der Betrieb der Familie Unglert, nach einer kleinen Exkursion auf die Kuhweide geht’s ins Stüberl zum Diskutieren. „Miteinander, statt übereinander reden, ist mein Motto“, sagt Friedl zum Einstieg. Seine Rede ist für eine Wahlveranstaltung ungewohnt kurz, er betont seine Verbundenheit zur Landwirtschaft und trägt dann seine Ziele für eine mögliche Amtsperiode im Landtag vor. Friedl will sich für die Unterstützung von familiengeführten landwirtschaftlichen Betrieben einsetzen, Lebenskunde und Hauswirtschaftslehre an allen Schulen als Unterrichtsfach einführen und vor allem die Bürokratie mindern.

 

Neben den Politikern, der Familie Unglert und einigen Vertretern des Kreisverbands Fürstenfeldbruck vom Bayerischen Bauernverband sind auch eine Handvoll Landwirte anwesend. Diese erzählen von ihrem Betrieb, ihren beruflichen Problemen und ihren Wünschen an die Politik. Die Anliegen überschneiden sich bei vielen, schnell entflammt eine Diskussion über die Landwirtschaft in Deutschland generell. „Ich will, dass die nächste Generation die Chance bekommt, mit einem Beruf in der Landwirtschaft gut über die Runden zu kommen“, sagt eine Bäuerin. Aber die jetzige Situation sei für junge Leute nicht einladend. „Nur von der Landwirtschaft alleine kann man nicht mehr leben“, stimmen auch die anderen zu. Alle sind sich einig, dass man weitere Standbeine braucht, die meisten der anwesenden Bauern vermarkten ihre Produkte direkt. Zwei Frauen haben eine Ausbildung zur Erlebnisbäuerin absolviert, viele bieten auf ihrem Hof Kuchen- und Backwarenverkauf oder Aktivitäten für Kinder. „Bei den Menschen herrscht so viel Unwissenheit wenn es um die Landwirtschaft geht, es sollte mehr Bemühungen geben das zu ändern“, wünscht sich Michaela Höfel vom Unglert Hof.

 

Schließlich ergreift die Europaabgeordnete Ulrike Müller das Wort, selbst Bäuerin. Neben Geschichten über ihren eigenen Betrieb berichtet sie auch über die Arbeit im Europaparlament und klärt das vermeidliche Missverständnis auf, dass Gesetzte zur Agrarpolitik vollständig in Brüssel entstehen. „Die werden erst auf Bundesebene, und dann noch mal auf Landesebene verschärft“, sagt sie. „Und am Ende kommt etwas raus, das nichts mit uns hier zu tun hat Deshalb setze ich mich für Agrarpolitik ein, so wie wir sie brauchen.“ Die Zuhörer sind sichtbar angetan, besonders als Müller anfängt, sich über das Verhalten von Natur- und Tierschützern im Bezug auf Landwirte aufzuregen. „Die und die Presse ziehen uns ständig durch den Dreck. Wir haben unser schlechtes Ansehen in der Öffentlichkeit nicht verdient“, pflichtet ein Zuhörer bei. Ganz nach Friedls Motto wurde während der Veranstaltung viel miteinander geredet. Das hat den Bauern gefallen, aber viele sind skeptisch, ob sich nach den Wahlen etwas an ihrer Situation ändert.